Inklusion ist die selbstverständliche Haltung, keine Inklusion zu benötigen.

z Anerkennung des anderen

„Jedes Kind hat ein Recht auf gleichberechtigte Bildungschancen und soziale Teilhabe.

Dies erfordert von allen Beteiligten eine Haltung und ein Handeln mit dem Ziel der Inklusion. Die pädagogische Fachkraft ist herausgefordert, die vorgefundene Vielfalt anzuerkennen, sie als Bereicherung zu verstehen und sich mit Bildungsbarrieren auseinanderzusetzen, diese abzubauen und Zugangswege zu erweitern.“
(Orientierungsplan Baden-Württemberg, überarbeitete Fassung im Entwurf, Stand 17.06.2009)

Kinder haben ein Recht auf Beeinträchtigung und Behinderung.
Ein Kind fühlt sich allein durch die Tatsache, dass es das Recht hat, so zu sein, wie es ist, in der Gruppe anerkannt.

Inhalte der Fortbildung

  • Leitziel der Inklusion
  • Vorstellungsrunde (Unterschied und Gleichheit)
  • Grundabriss über eine Murmelrunde: Was ist Inklusion?
  • Was ist Partizipation? Wie hängen beide Begriffe zusammen?
  • Chancen für ALLE – WIFF – Warum Inklusion? Was fehlt? Was haben wir zurzeit? Leitziele ...
  • Unterschied Integration/Inklusion nach der KaWa©-Methode von Vera F. Birkenbihl
  • Definitionsfindung und inklusive Werte nach Tony Booth finden
  • Geschichte der UN-Konvention/Definition: Behinderung/Beeinträchtigung/Zuständigkeiten ...
  • Gesetzliche Bestimmungen/Länderausführungsgesetze – Baden-Württemberg, Nordrheinwestfalen, Bayern, Hessen ...
  • Die drei Dimensionen nach dem Index für Inklusion
  • Übung: Mit einer Indexfrage beginnen aus dem Index für Inklusion (GEW – Tony Booth)
  • Verschiedene Alternativen für eine inklusive Denk- und Lernwerkstatt:
    1. Die fünf zentralen Qualitätskriterien nach Simone Seitz (Uni Bremen)
    2. Inklusionskompetenzen nach WIFF mit Übungen
    3. Vertiefung: Inklusions- und Kommunikationsansätze, z. B. über die Vorurteilsbewusste Bildung/Diskriminierungsreflexion (Kraftblume ...)/Inklusive Kommunikation
    4. Das Überblickshaus (Aufgaben und Verantwortlichkeiten), Changing-Methoden (Sozialform, Tintenfisch, Was braucht Paul/a? ...), z. T. empfohlen von WIFF
    5. Sonstige Anliegen aus der Gruppe
  • Balougefühl in Bezug auf Inklusion mobilisieren, "Think big, start small"-Methode und Evaluation

Index für Inklusion

Bei Inklusion sollen möglichst alle Barrieren für Spiel, Lernen und Partizipation für alle Kinder auf ein Minimum reduziert werden. Disziplinarischer Ausschluss ist im Allgemeinen das Ergebnis eines langen Prozesses und die Folge anhaltender Formen ausgrenzender Kräfte.

Appell: Genau diese ausgrenzenden Kräfte müssen in den Bildungseinrichtungen durch Reflexion beseitigt wererden. Es darf keinem Kind, weder innerlich noch äußerlich, gekündigt werden. Es ist immer ein systemisches Versagen, wenn Erwachsene mit den ihnen anvertrauen Kindern an Grenzen stoßen. Daran muss inklusiv angesetzt werden und daran muss sie sich messen lassen.

Mit einer vorurteilsbewussten und inklusiven Haltung, durch geeignete Methoden sowie durch die notwendigen Rahmenbedingungen, die durch die Bemühungen aller zu schaffen sind, kann jedes Kind inkludiert werden, weil jedes Kind und jede Famlie ein Recht auf Inklusion hat - seit dem 26.03.2009!

Jedes Kind ist wertvoll - nicht nur die innerliche „Zuckerpuppe“ oder die "Petzliese".

Inklusion bedeutet auch, kein Kind mehr vor die Gruppentüre (immer oft noch gängige Praxis) zu setzen, was auch immer es tut, personale liebevolle Präsenz und eine liebevolle Konsequenz partizipativ aufzeigen, ist hier die pädagogische Handlung (und nicht der adultistische Zeigefinger).

Kein Kind darf „zurückbleiben“!
Kein Kind darf beschämt werden!
Keinem Kind darf gekündigt werden!

Indikatoren (Aussagesätze) zu den drei Dimensionen erarbeiten – praxisnaher Zugang:

Zu A: Inklusive und partizipative Kulturen gestalten
Frage: Woran wird erkannt, dass die Kindertagesstätte INKLUSIV ist und handelt? Welche Werte und Normvorstellungen vertritt die Kita und jede/r einzelne im Team?

Zu B: Inklusive und partizipative Leitlinien entwickeln
Frage: Welche Strukturen, Strategien und Verhaltensweisen gibt es, in denen erkannt wird, dass die Vielfalt in ihrer Gesamtdimension in den Einrichtungen durchdacht ist?

Zu C: Inklusive und partizipative Praxis etablieren
Frage: Wie wird die Inklusion in der Praxis konkret umsetzt?

Es gibt passend zu den drei Dimensionen auch drei Gruppen, die sich jeweils mit A, B und C beschäftigt. Die Indikatoren können aus dem Index für Inklusion entnommen werden. Es können aber auch zu den einzelnen Dimensionen eigene Indikatoren erstellt werden.

Aufgaben der Inklusionsfachkräfte

Eine Inklusionskraft hat heute viele Aufgaben zu bewältigen. Es ist immer gut, wenn es bei der Einstellung eine Aufgabenbeschreibung gibt.
Hier finden Sie eine Zusammenstellung möglicher Aufgaben, die wir in den Inklusionsfortbildungen schon erarbeitet haben.

Aufgaben der Inklusionsfachkraft

Bei den auszuführenden Aufgaben wird davon ausgegangen, dass die Inklusionsfachkraft die Qualifikation einer Pädagogin oder eines Pädagogen mit Zusatzqualifikationen, z. B. nach IQUA (Inklusion Qualifikation Assistenz –
WEITERBILDUNG) vorweisen kann. Die Praxis spricht leider noch eine andere Qualifikationssprache. Bedauerlicherweise werden für Eingliederungshilfe oft keine extra dafür qualifizierten Fachkräfte eingestellt.

1. Begleitende Hilfen

Pflegerische Aufgaben und Unterstützung, je nach Bedarf des Kindes, bei allen Tätigkeiten, wie z. B. beim Essen oder beim Anziehen. Dazu zählt auch, dass bspw. ein Kind mit Spina Bifida ausreichend im Stehständer steht bzw. die Gehprothesen anzieht, um sich mit Hilfe der Inklusionsfachkraft freier in der Einrichtung bewegen zu können.
Das Kind sollte jederzeit in seiner Selbständigkeit unterstützt werden in Form von Hilfe zur Selbsthilfe. Kann sich das Kind, obwohl es im Rollstuhl sitzt, allein anziehen, dann sollte es nicht aufgrund seiner Beeinträchtigung (was oft passiert) anders behandelt werden als Kinder ohne Behinderung.

2. Pädagogische Hilfen

  1. Beobachtung des Kindes mit den implementierten Beobachtungsmaterialien der Einrichtung: z. B. Bildungs- und Lerngeschichten nach M. Carr, Themen der Kinder (Infans), Michaelisbogen, Beller-Tabelle, SISMIK ...
  2. Begleitung in Freispielsituationen und bei Ausflügen
  3. Hilfestellung bei Gruppenaktivitäten
  4. gemeinsame Spielprozesse mit anderen Kindern initiieren (Kind-Kind-Initiation): Kinder brauchen Kinder und nicht die Inklusionsfachkraft.
  5. Gruppenprozesse lenken, damit das Kind mit Assistenzbedarf eine Chance der Teilhabe hat (Sportaktivitäten, Kindergeburtstage ...)
  6. alle Handlungsprozesse mit Sprache geduldig begleiten – siehe Ansatz von Martemeo von Maria Aarts - Besonders bei sehr introvertierten Kindern ist es wichtig, es nicht mit Fragen zu bedrängen.
  7. Einzelförderung nur in ganz speziellen Sonderfällen - Ideal ist eine kleine Gruppe, in der das Kind mit Assistenzbedarf seine sozialen Fähigkeiten erweitern kann.
  8. Teilnahme an konzeptionellen Überlegungen und Teambesprechungen, um die Bedürfnisse des Kindes mit Assistenzbedarf zu vertreten - Bei mehreren Kindern mit Assistenzbedarf ist ein Inklusionsteam notwendig.
  9. Bildungspartnerschaft mit Team, Eltern und allen Kooperationsstellen
    (SPZ, Frühförderstelle, Therapeuten, Logopädie, Gesundheitsamt ...)
  10. Entwicklungskonzept für die Hilfeplankonferenzen oder den Bildungswege-konferenzen ausarbeiten
  11. Teilnahme an den Hilfeplan- und Bildungswegekonferenzen, wenn es um die Einschulung des Kindes mit Assistenzbedarf geht
  12. Ideen für passende Hilfsmittel generieren – Informationsmaterial bereitstellen
  13. Dokumentation des Bildungsprozesses
  14. Fortbildungen zum Thema „Inklusive Bildung“
  15. Hospitationen mit anderen regionalen Einrichtungen oder punktuelle Teilnahme an therapeutischen Stunden
  16. Anleitung aller Praktikant/innen oder neuer Pädagog/innen, die das Kind mit Assistenzbedarf mitbetreuen
  17. Inklusionsfachkräftetreffen und Teilnahme an Fachtagen zum Thema Inklusion (selbstverständlich) - Weitergabe der Informationen, die aus den jeweiligen Fortbildungen und Kooperationen erhalten wurden
  18. Eigeninitiative entwickeln, um diese Aufgabe durchzusetzen, falls Stolpersteine vorhanden sind - sich rechtzeitig Unterstützung und Informationen holen (SPZ, KVJS, Lebenshilfeverbände, Sozialverband Deutschland usw.)
  19. einen Beitrag leisten, damit Vorurteile nachhaltig bei allen Bezugsgruppen abgebaut werden und das Kind somit die bestmögliche Chance hat,
    sich entsprechend seiner Potenziale zu bilden
  20. ...

Arbeitsmaterialien

Die Lebensspirale der Krisenverarbeitung

Prof. Dr. phil. habil. Erika Schuchardt, Universität Hannover, zeigt, basierend auf ihrer internationalen Forschungsarbeit, wie Krisen bewältigt werden können.

Das Phänomen der Krise als Chance

Krise als verborgener Reichtum - leben lernen in Krisen - Krisen sind ein „integraler Bestandteil“ des menschlichen Lebens.

Krisen zu verarbeiten lernen heißt sinnerfüllter zu leben lernen.
„Die Kreuze im Leben (†) sind wie die Kreuze in der Musik (#) – sie erhöhen!“ Ludwig van Beethoven, 9. Sinfonie

„Glück ist erlernbar und lehrbar.“ Erika Schuchardt hat im Buch: Warum gerade ich? Literaturpreis, 2000 Lebensgeschichten und 30 Bildungspilotprojekte eines Jahrhunderts untersucht und festgestellt, dass alle Menschen die gleichen Erfahrungen zur Verarbeitung ihrer Krisen gemacht haben.

Pädagogische Fachkräfte sollen die Eltern bei der Annahme ihres Kindes mit einer Beeinträchtigung oder Behinderung unterstützen und kompetent beraten können.
Darin brauchen sie jedoch selbst Beratung. Das Krisen-Management-Interaktionsmodell zum primär individuellen Lernprozess der Krisenverarbeitung führt den Menschen von der Ungewissheit bis hin zur Solidarität.
Die Annahmespirale zeigt den von der Krise schon betroffenen Menschen den Annahmeprozess auf.

Erst nach der Annahme (Inklusion) könnten Reframingsgedanken zugelassen werden und es entsteht ein neues Handeln.
Nach Schuchardt gibt es 3 Stadien: vom Kopf (Stadium I) über das Herz (Stadium II) zur Hand(lung) (Stadium III).

1. Die Arten der Krise als vorhersehbare Lebens-LAUF-Krisen wie als unvorhersehbare Lebens-BRUCH-Krisen an Schaltstellen wie an Rissen der Biographie und zwar als Lernherausforderung und Chance sowohl der individuellen Person als auch der kollektiven Gesellschaft

2. Die Modelle und Strategien der Krisenverarbeitung nach Maßgabe ihres universalen Krisen-Management-Interaktionsmodells und zwar zum individuellen Lernprozess die Krisenverarbeitung in 8 Spiralphasen und zum kollektiven Lernprozess die Krisenverarbeitung als komplementärer 3-Schritte-Prozess (Stabilisierung – Integration – Partizipation – weltweit)

1. Lebenskrisen

Krise als Lebens-LAUF und Krise als Lebens-BRUCH

Unter Lebenslaufkrise werden eher vorhersehbare Reifungskrisen kategorisiert: Geburt, Kindertagesstätte, Einschulung, Pubertät, Ausbildung, Beruf, Partnerschaft, Schwangerschaft, Kirche, Politik, Lebensmittelkrise, Midlifecrisis, Renter/innendasein, Alter, Sterben ...

Unter Lebensbruchkrise versteht man unvorhersehbare, lebensbedrohende Krisen, die auf individueller oder kollektiver Ebene plötzlich eintreffen können.

Individuelle Ebene: Kinderlosigkeit, Schwangerschaftsabbruch, Fehlgeburt, sexuelle Gewalt, Krankheit, Mobbing, Arbeitslosigkeit, Trennung, Verlust von Bezugspersonen durch Umzug, Unfall, Tod ...

Kollektive Ebene: Anschläge, Naturgewalt, Folter, Gefangensein, Verletzung von Menschenrechten, Verfolgung, Vertreibung, technische Katastrophen ...

Reflexion von Krisenbewältigungen: Denken Sie an eine Lebenskrise.
  1. War es eine Lebenslauf- oder eine Lebensbruchkrise?
  2. Was hat es in Ihnen ausgelöst?
  3. Wie genau sind Sie wieder in die Aktivität gekommen?
  4. Wie können Sie durch Ihre eigene Krise anderen nun solidarisch helfen?
  5. Was waren Ihre Erkenntnisse aus der Krise?
Einige berühmte Beispiele:
  1. Totenkultstätten der ägyptischen Pharaonengräber oder die Vorstellung der Auferstehung der Kirchen (Sakralbauten, Tempel ...) zur Überwindung der Todesangst
  2. Margarete Steiff: Aus der Krise heraus waren die Stofftiere nach einem lebenslangen Gelähmtsein ihr Sprung ins Leben.
  3. Das Bild „Der Schrei“ von Edvard Munch ist ein Abbild seiner Lebenssituation im Elternhaus. Es war der schöpferische Sprung aus seinen belastenden Familienverhältnissen.
  4. Das hässliche Entlein wird zum schönen Schwan.
  5. Steve Jobs: Er hat seinen Job verloren und dadurch Karriere gemacht.
Erst wenn Du am Boden bist, lernst Du wieder, Dich zu erinnern, wer Du bist.

2. Das Krisen-Management-Interaktionsmodell

Wie kann die Annahmespirale konkret bei Kindern mit Behinderungen Anwendung finden?
Wie können Eltern beraten werden, damit sie annehmen können, dass ihr Kind evtl. eine Beeinträchtigung oder eine Behinderung hat, wenn sie es noch nicht realisiert haben?

Die 8 Phasen werden mit 3 Stadien der von der Krise betroffenen Menschen beschrieben: Vom Kopf I über das Herz II zur aktionalen Hand(lung) III - siehe Abbildung Annahmespirale.

Annahmespirale

8 universelle Spiralphasen der Annahmespirale:
  1. Ungewissheit: „Was ist eigentlich los?“ - von der Ungewissheit zur schmerzlichen Gewissheit
  2. Gewissheit: „Ja, aber das kann doch gar nicht sein?“ Die Gewissheit ist die erste kognitive Reaktion, die Schuchardt das fremdgesteuerte Eingangs-Kopf-Stadiums I nennt, welches zur aufbrechenden Aggression führt.
  3. Aggression: „Warum gerade ich?“ Nach der Aggressionsphase kommt die Selbstanklage und die innere Verhandlungsphase.
  4. Verhandlung: „Wenn... , dann muss aber ...?“ Dieses Verhandlungspotenzial führt zunächst in die Depression.
  5. Depression: „Wozu ..., alles ist sinnlos!?“ Das ist das affektiv ungesteuerte Durchgangs-Herz-Stadium II und geht bis hin zur Annahme des Schicksals.
  6. Annahme: „Ich erkenne erst jetzt ...!“ Die Annahme führt zur Aktivität: "Was kann ich tun?"
  7. Aktivität: „Ich tue das!“ Diese Haltung führt letztendlich zur Solidarität, zur Verantwortungsübernahme und zur Gemeinschaft.
  8. Solidarität: „Wir handeln gemeinsam!“ Im aktional selbstgesteuerten Ziel-Hand(lungs)-Stadium III werden Effekte sichtbar.
Übung zu den 8 Spiralphasen in Bezug auf eine Familie

Schildern Sie in der Kleingruppe einen Fall, von dem Sie denken, dass die Eltern die Beeinträchtigung oder die Behinderung des Kindes noch nicht annehmen können.

Überlegen Sie gemeinsam, in welchem Stadium sich die Eltern gerade befinden.
Wie genau müsste die Beratung ausfallen? Wie genau könnten Sie unterstützen?
Spielen Sie den Fall im Plenum vor.

Schulung: Affektives professionelles Handeln

Pädagog/innen sollten Eltern darin unterstützen, dass sie ihre Kinder mit Behinderungen oder Beeinträchtigungen liebevoller und besser annehmen können. Darin brauchen jedoch selbst Pädagog/innen dringend Beratung bzw. ausführliche Kenntnisse über die Krisenbewältigung von Lebenslauf- oder Lebensbruchkrisen über die Annahmespirale, da oft eigene Ängste bei der Verkündung der Beeinträchtigung eine nicht untergeordnete Rolle spielen.
  1. Welche Ängste habe ich, wenn ich ein "Annahmegespräch" nach dem Krisen-Interaktionsmodell führe?
  2. Wie kann ich mit diesen Ängsten kompetent umzugehen lernen, um souverän im Elterngespräch auftreten zu können?
  3. Welche Ängste und Sorgen sollte ich mir und anderen gegenüber auch eingestehen, wenn es um die Einschätzung von evtl. Entwicklungsverzögerungen geht? Bedenken Sie immer: Was ist schon normal? Jedes Kind hat seine eigene Entwicklung, auch wenn es angeblich 6 Monate hinter dem sogenannten Durchschnitt liegt (nach der Beller-Tabelle) und die Beeinträchtigung schon länger als 6 Monate dauert (gesetzliche Definition von Behinderung). Deshalb ist ein Kind noch lange nicht "behindert", sondern die Gesellschaft und deren Denkweise behindert diese Kinder/Menschen. Jedes Kind hat seine Entwicklungszeit und alle Zeit der Welt, sich entwickeln zu können. Diese Haltung würde auch die Eltern im Gespräch mehr als entlasten.
Übung in Bezug auf eigene Krisen: Wenn Sie selbst gerade eine Krise durchlaufen.
  1. Reflektieren Sie kurz, in welchem Stadium Sie sich gerade befinden.
  2. Wie fühlen Sie sich gerade und was brauchen Sie, um die nächst höhere Stufe zu erreichen?
  3. Was können Sie darüber hinaus noch tun, um das nächste Stadium nicht einfach zu ignorieren oder überspringen zu wollen? Trauerprozesse sind Normalität und sollten nicht zu schnell verdrängt werden.
  4. Wie können Sie z. B. dennoch zügig nach einer "aktiven" Resignationsphase in die nächste Aktivitätsphase kommen?
  5. Welche Solidaritätsbekundungen schweben Ihnen vor? Was haben Sie aus der Krise gelernt und welche Erfahrungen möchten Sie an andere weitergeben, um sie evtl. in ihrer eigenen Krise unterstützen zu können?

Übung: Was braucht Paul/a?


Was braucht Paul/a
  • aus Sicht der/s einzelnen?
  • aus Sicht des Teams?
  • aus Sicht der Eltern?
  • aus Sicht der Frühförderstelle und sonstigen Beratungsstellen?
  • aus Sicht des Trägers?
  • aus Sicht der Gesellschaft?
z Fuehle mit

Qualitätskriterien nach Seitz


Qualitätskriterien für U3-Inklusion

Auf der Basis der Ergebnisse der Uni Bremen, LWL, Seitz und Korff werden folgende Kriterien für eine qualitativ hochwertige Bildung, Erziehung und Betreuung (BEB) von Kindern mit Behinderung unter drei Jahren formuliert. Diese werden im Sinne einer „Zielperspektive“ für die Arbeit der pädagogischen Fachkräfte formuliert. Voraussetzung und Rahmen für die Umsetzung dieser optimalen BEB durch die Fachkräfte sind die im vorigen Abschnitt dargelegten notwendigen Rahmenbedingungen.

Kooperation und Kontinuität

Die pädagogischen Fachkräfte (Gruppenleitung, Integrationskraft, Zweitkräfte) sichern durch Kooperation kontinuierlich die notwendigen Bedingungen für Teilhabe und Entwicklung aller Kinder ab - die Kinder mit Behinderungen sind nicht die anderen. Sie sind Teil des Systems und jeder der im System ist, braucht etwas anderes. Die Frage ist, was braucht jedes Kind?

Integration und Inklusion

Die pädagogischen Fachkräfte treten vor der Aufnahme des Kindes und in der Eingewöhnungsphase in engen Austausch mit Bezugspersonen und Fachleuten
(z. B. Erschließung der Kommunikationsweisen des Kindes).

Die pädagogischen Fachkräfte kennen und nutzen vorhandene Beratungssysteme in Bezug auf Teilhabeprozesse des Kindes im Kita-Alltag sowie auf individuelle Hilfen zur Unterstützung von Teilhabe (z. B. Kommunikationssysteme), medizinische Aspekte, notwendige Hilfsmittel.

Die pädagogischen Fachkräfte kennen und nutzen bei Bedarf (rechtlich-organisatorische) Möglichkeiten, die Rahmenbedingungen so zu gestalten, dass der Anspruch aller Kinder auf Teilhabe erfüllt werden kann bzw. kennen und nutzen entsprechende Beratungs- und Unterstützungsangebote.

Verlässlichkeit, Orientierung und Teilhabe

Die pädagogischen Fachkräfte sorgen für verlässliche zeitliche und räumliche Strukturen und Abläufe, sicher erreichbare (verlässliche) Bezugspersonen und wiederkehrende Kontakte mit anderen Kindern.

Die pädagogischen Fachkräfte gestalten gemeinsame Situationen und Rituale im Tagesverlauf, an denen alle Kinder teilhaben können. Dies gilt insbesondere bezogen auf die wiederkehrenden Situationen (z. B. Ankunft, Mahlzeiten).

Die pädagogischen Fachkräfte stellen (Spiel-)Situationen her, an denen alle Kinder teilhaben können und begleiten diese bei Bedarf kontinuierlich. Sie initiieren und unterstützen Kommunikation und Interaktion zwischen den Kindern (z. B. Herstellung und Strukturierung von Spielsituationen, Vermittlung und Interpretationshilfen, Modell für die Kinder).

Entwicklung

Die pädagogischen Fachkräfte beobachten und dokumentieren kontinuierlich die Entwicklung der Kinder und führen individuelle Entwicklungspläne. Vorstellungen über mögliche nächste Entwicklungsschritte erfolgen auf Basis entwicklungspsychologischer Kenntnisse und werden in regelmäßigen Abständen durch die Fachkräfte im Team abgeglichen und reflektiert.
Die pädagogischen Fachkräfte berücksichtigen spezifische individuelle Bedarfe der Kinder bei ihren Angeboten, sodass allen Kindern auf der Basis ihrer Ausgangslage die Anwendung und systematische Weiterentwicklung ihrer Kompetenzen ermöglicht wird.

Die pädagogischen Fachkräfte binden in Kooperation mit anderen Fachkräften therapeutische Hilfen für das Kind in das Alltagsgeschehen ein.

Die Pädagogischen Fachkräfte reflektieren ihr Bild von „Behinderung“ und von Aspekten sozialer Ungleichheit sowie ihre pädagogischen Schwerpunkte (insbesondere Formen der Umsetzung von Bildungsarbeit in der BEB von sehr jungen Kindern und/oder Kindern mit Hilfebedarf).

Zusammenarbeit mit dem (häuslichen) Umfeld

Die pädagogischen Fachkräfte stehen in kontinuierlichem Austausch mit den Eltern/Bezugspersonen des Kindes und vermitteln bei Bedarf Kontakte zu anderen beratenden Institutionen.

Entnommen aus:
http://www.lwl.org/lja-download/datei-download2/LJA/tagbe/behki/mpu3/1231320311_1/2008-U3-beh-Kinder-Abschlussbericht-Kurzfassung.pdf

Erarbeiten Sie in Anlehnung an diese Qualitätskriterien Ihre eigenen bzw. weitere Kriterien für Ihre Einrichtung.

1. Was ist Ihrer Meinung nach noch zu berücksichtigen?
2. Was können Sie aktuell aufgrund der Rahmenbedingungen
nicht leisten? Wie könnten Sie mit Ihrem Träger ins Gespräch kommen?
3. Was könnten Sie mit einer bewussten Innenschau (inside skin) leisten?
4. Was braucht das Kind mit Assistenzbedarf am Dringendsten?
5. Was wären die ersten kleinsten Schritte?

Übung: Reader zum Herunterladen: Inklusion im Kontext einer inklusiven Sprache

Hier die Verlinkung zu meinen Readern. Dazu passt auch der ADHS-Reader.

Präsentationen zum Thema Inklusion

Ich freue mich, wenn Sie meine Unterlagen herunterladen und vielleicht die eine oder andere Übung selbständig im Team durchführen.
Sie können mir jederzeit Feedback geben, wie Sie die Übungen aus den Präsentationen umgesetzt haben?
Eine sehr ausführliche Präsentation können Sie hier herunterladen.
Was war gut?
Gab es Stolpersteine?

Ausschreibung Inklusion


Die Ausschreibung zu einem Einführungsseminar können Sie hier herunterladen.

 

Bildungsinstitut für Empathie
Theresia Friesinger
Keltenstraße 69
72160 Horb am Neckar
Telefon 07486 979175
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