z Gefuehlswelt

Zwei große Humanisten haben mein Denken und meine inklusive Haltung als Pädagogin, heterogene Didaktikerin und Referentin im Frühkindlichen Bereich stark beeinflusst. Es ist das humanistische Gedankengut dieser beiden unbeschreiblichen Größen: Die "Fröhliche Pädagogik" nach Janusz Korczak und die empathische und selbstempathische "Themenzentrierte Interaktion" nach Ruth Cohn schwingen in allen Seminaren und Vorträgen mit.

Gerade in Bildungseinrichtungen könnte der Bekanntheitsgrad der beiden Pädagogen noch mehr Raum einnehmen. Deshalb habe ich zwei Präsentationen mit Literaturhinweisen zusammengestellt, die Sie herunterladen können. Die Inhalte repräsentieren jeweils zwei- oder auch mehrtägige Inhouseseminare, die Sie in Ihrer Bildungseinrichtung nicht verpassen sollten. Sie beinhalten selbst Ideen, wie Janusz Korczak - als der Vater der Kinderrechte und Ruth Cohn - als die Mutter der empathischen Interaktionen - auch den Kindern kindgerecht nahe gebracht werden kann.

Janusz Korczak wirkt in den Herzen

„Ich bin nicht dazu da, um geliebt und bewundert zu werden, sondern um selbst zu wirken und zu lieben. Meine Umgebung ist nicht verpflichtet, mir zu helfen, sondern ich habe die Pflicht, mich um die Welt, um den Menschen zu kümmern.“ Korczak, 1996, S. 304.

Das Leit(d)motiv von Janusz Korczak ist nach Gfröreis 1999, S. 3: „Der Begriff der Träne“. Es scheint ein nie verklingendes Leit- oder Leidmotiv zu sein. aber auch sein Humor und seine fröhliche und zuversichtliche Melancholie: „Lassen wir das Kind doch unbeschwert die Freude des frühen Morgens genießen (...). Das Kind will es ebenso. Die Zeit ist ihm nicht zu schade für ein Märchen, für ein Gespräch mit seinem Hund, (...) fürs Nachzeichnen eines Buchstabens – aber all das mit Freude. Es hat recht.“ Korczak 1998, S. 28.

„Gib den Kindern einen guten Willen, unterstütze ihre Anstrengungen, segne ihre Mühen. Führe sie nicht den leichtesten Weg, aber den schönsten.“ Korczak 1980, S. 45.
Froehliche Welt

Wie war Janusz Korczak?

Er war ein Kinderflüsterer, ein genauer Beobachter, ein Experimentierer
und ein Selbstreflektierer. Er war ein großer Freiheitsvisionär.
Er war hochsensibel für die „großen Bedürfnisse“ der Kinder, die in der Gesellschaft als „weniger“ wert galten. Er war ein Bekanntmacher dieser Bedürfnisse. Kinder sind zwar kleiner, aber ihre Bedürfnisse und Gefühle nicht weniger wert als die der Erwachsenen.

Er war ein religiöser Humanist.
Er lebte Menschlichkeit. Er machte Fehler.
Er war ein Selbstironiker und Humorist.
Er fühlte sich dem Wohl der Menschen und besonders der Kinder verpflichtet.
Er war ein Held und Beschützer der Kinder.

Er hat im Laufe seiner Lebenszeit zunehmend eine „bedingungslose Liebe“ vorgelebt und nicht nur proklamiert. Er ging mit „seinen“ Kindern und „seiner“ Mitarbeiterin Frau Stefa ins Konzentrationslager Treblinka. Er hätte sich mehrfach retten können und verstand die Menschen nicht, die ihm zutrauten, dass er „seine“ Kinder im Stich lassen würde. Ihm selbst kam es nicht einmal in den Sinn.

Korczak war die Stimme der Kinder und gleichzeitig ihr Echo. Er war ihr Lächeln, wenn sie ihres verloren hatten. Er war die Zuversicht in ihrem Seelenleid.

Die Kinderrechte nach Janusz Korczak finden Sie in der Präsentation und in den Arbeitsmaterialien zum Herunterladen.

Zuge

Kompetenzen, die nach Korczak in den Fortbildungen und Workshops geschult werden:
  1. Das Unsichtbare sehen
  2. Sich auf Zehenspitzen stellen, um die Gefühle der Kinder „lesen“ und verbindend „interpretieren“ können – das „Gefühl hinter dem Gefühl“ nach Carl Rogers finden - braucht dringend Schulung (Aussagen von Paul Gilbert und Ruth Cohn), weil dieses Wissen zu unbekannt ist
  3. Die „Doppelrolle“ annehmen - neben der Erwachsenenperspektive gleichzeitig auch die Rolle des Kindes berücksichtigen – in die Welt des Kindes eintauchen
  4. An das Gute im Menschen glauben und die Potentiale der Kinder stärken - mit Kindern z. B. „wetten“, dass sie es schaffen werden, nicht öfter als einmal am Tag zu fluchen
  5. Auch wenn Kinder gerade Schwierigkeiten machen, nicht vergessen, dass sie nur „Produkte“ von Umständen sind - Die Frage ist: "Wie kann ich begleiten, damit sie diese Umstände mit empathischen Kompetenzen meistern?"
  6. Dem Kind das Kindsein ermöglichen und ihm Vertrauen schenken - Die Kinder „wärmen“ sich an diesem Vertrauen. Kennen die Kinder z. B. die „warme und tröstende Hand des Erziehers“?, war eine seiner vielen partizipativen Fragen gewesen.
  7. Die Bereitschaft, mit dem Kind fühlen zu wollen - Meine Erfahrung, es fühlen zu wollen, funktioniert am effektivsten nach der Ausseinandersetzung mit den Themen von Korczak, Cohn, Rogers, Schulz von Thun und Rosenberg. Dazu braucht es Zeit, Geduld und Bewusstheit, weil jeder nur nach seiner zur Verfügung stehenden besten Absicht handelt. Nach Korczak ist selbst der Intellekt mit dem Kinde gleich. Er sagt, dass Erwachsene nur schon länger leben würden. Er behauptet auch, dass z. B. hinsichtlich der Gefühle die Kinder den Erwachsenen sogar überlegen wären: „Kinder sind – Fürsten des Gefühls, Poeten und Philosophen.“ Siehe auch Beiner, 1994.
Joseph Arnon schreit: "Jeder, der die geheimnisvolle Tiefe dieser Persönlichkeit entdeckt, schließlich auch seinen ,eigenen Korczak‘ finden wird.“ Aus Klein, 2006, S. 28.
Durch ihn lernen wir, „verborgene Sinnstrukturen“ zu finden und eine „abwägende und fragende Selbststrukturierung“ und Selbstempathie aufzubauen. Erst daraus folgend ist Empathie möglich, welche die Menschen und besonders die bedürftigen Kinder dieser Welt so dringend brauchen. Vgl. Klein, Mein Bild vom Kind prüfen und verbessern, 2010, S. 5.

Janusz Korczak Materialien und Galeriebilder zum Thema Partizipation


Die Präsentation von Janusz Korczak zum Herunterladen finden Sie hier.
Eine Einführung zum Thema Partizipation finden Sie hier.
Die Präsentation zur konkreten Partizipationsumsetzung, weil schon die kleinste Stimme zählt, finden Sie hier.
Konkrete Partizipation II Seite 007

„Partizipation bedeutet, Entscheidungen, die das eigene Leben oder das Leben in der Gemeinschaft betreffen, zu teilen und gemeinsam Lösungen zu finden.“ Carsten Gutschmidt, 2005, Multiplikator für Partizipation, erste Kita-Verfassung Deutschlands

Partizipation in Tageseinrichtungen sollte eine Demokratie aus dem Herzen und nicht aus dem Kopf sein.
Demokratische Teilhabe impliziert die gegenseitige Achtung vor dem Willen und den Meinungen anderer, sofern diese demokratische Grundrechte zum Wohle aller vertreten.
Konkretes Praxisziel: Mit Kindern einen inklusiven Dialog führen, wie Kinder Partizipation wahrnehmen und wie sie es wahrnehmen, wenn Partizipation verhindert wird (Regelkatalog). Anstatt eines Regelkatalogs einen Rechtekatalog entwerfen: Die Lernwerkstatt der Kinderrechte

Inhalte zum Thema Partizipation


Inhalte einer Fünf-Tages-Fortbildung zum umfangreichen Thema "Partizipation - konkret und kindgerecht umgesetzt":

  1. Begrüßung
  2. Partizipationserinnerungen, Vorstellung des Ablaufs und der fünf zentralen Punkte des Fortbildungskonzeptes nach der "Kinderstube der Demokratie"
  3. Spruch und Videos von Janusz Korczak und weitere partizipative Impulse
  4. Input: Vorstellung des Projektes "Die Kinderstube der Demokratie" (Kaffepause)
  5. Expertenhearing zu den Kernaussagen (Texte von Raingard Knauer) und partizipative Wertefindung mit konkreten Handlungsoptionen und praktischen Beispielen (Mittagspause)
  6. Gruppenarbeit (siehe unten)
  7. Ausblick für den zweiten oder weitere Tage sowie weitere Wünsche
Mögliche Gruppenarbeiten:
  1. Die Kinderrechte von Janusz Korczak im Vergleich zu den Kinderrechten der UN-Konvention – (siehe Arbeitshilfe)
  2. Adultismusreflexion mit dem Adultismusplakat vom Verlag "das netz"
  3. KAWA nach V. B. Birkenbihl – PARTIZIPATION
  4. Themenkarten – Mindmap- oder Spickmap-Methode nach Dorothee Jacobs – Zugang zum Thema
  5. Evtl. statt Gruppenarbeit: World-Café – Themen „Macht“ und „Vorurteile“ (Kaffeepause)
  6. Partizipationsspaziergang durch die Einrichtung
  7. Rechte- und Pflichtenkatalog entwickeln nach J. Korczak (siehe auch PPP: Empathie und Janusz Korczak)
Fortführungstage:
  1. Resterunde
  2. Input: Konkrete Partizipationsumsetzung – Schwerpunkt: Demokratie als Herrschaftsform siehe PPP II (Kaffeepause)
  3. Gruppenarbeit: Spickmaps-Methode („Spicken“ – Themenkarten in Mindmapform) nach Dorothee Jacobs – Partizipationsthemen für die spätere Kita-Verfassung vertiefen und konkretisieren - Anschauungsmaterial einer Beispielsverfassung (Mittagspause)
  4. Vorstellung der Ideen und Erkenntnisse
  5. Gruppenarbeit mit der Placemate-Methode (Tischdeckchen): Wie können die repräsentativen Partizipationsformen in der Einrichtung konkret und kreativ eingeführt werden? (Kaffeepause)
  6. Vorstellung der Ergebnisse – Austausch z. B. über die Methode "One stay the rest goes"
  7. Evtl. Gewinn und Sinn von Partizipation auf mehreren Ebenen (Placemate-Methode – Tischdeckchen)
  8. Die Kunst des Fragens: Generieren von partizipativen Reflexionsfragen für Idie Einrichtung (siehe Arbeitshilfe "Partizipationsfragen")
  9. Think Big, start small
  10. Evaluation

Ruth Cohn

Ruth Cohn wirkt im Unterricht

Wie war diese besondere Frau?

Ich habe 10 Jahre lang Ruth Cohn studiert und festgestellt, dass sie eine tief verwurzelte Frau war. Am Anfang fand ich TZI zu abstrakt, doch je mehr ich von ihr erfuhr, desto mehr wirkte sie durch ihre Persönlichkeit durch mich hindurch.

Wenn Menschen stark geerdet und verwurzelt sind, dann besitzen sie mehr Flexibilität, Ambiguititätstoleranz (mit Unsicherheiten umgehen können) und geistige Verspieltheit. Tief verwurzelte Menschen trauen sich selbst viel zu, ohne Angst zu haben, sich selbst dabei zu vergessen oder zu verlieren. Sie trauen sich zu, sich der Welt so zu zeigen, wie sie sind. Genau so, scheint mir, war Ruth Cohn. Sie beschreibt sich selbst als Baum:

„Ich bin ein Baum, der staunend GEHEN kann."

Tiefe, fundierte Wurzeln ergeben mehr geistige Beweglichkeit, mehr Stärke, Rinde, Höhe und bedingungslose Liebe im Globe-Umfang. Je tiefer sich Menschen verwurzeln und verankern, desto eher entwickeln sie die Kompetenz, anderen Halt zu geben und ihnen Verständnis auch in Frustrations- und Ambivalenzmomenten entgegenzubringen. Ruth Cohn konnte Menschen Halt geben. Sie hatte ausreichend Selbstempathie und konnte Empathie wie Blütenblätter im Sommerwind verschenken. Sie konnte über ihre Postulate klare Worte sprechen, ohne zu verletzen.Tiefe Wurzeln finden auch in dürren Zeiten Nahrung und ziehen das Wasser, das sie zum Überleben brauchen.

Ruth Cohn zog scheinbar die bedingungslose Kraft und Liebe aus ihren tiefen Wurzeln teilweise bis ins hohe Alter. Sie trug die Wertschätzung in ihrem Herzen, so dass selbst unverbesserliche Verstandesmenschen von ihr berührt wurden.

Liebe macht nicht nur froh, sondern sättigt die Seele und bringt die Herzen zum Flattern und Staunen. Sie macht die Menschen offen und lernbereit, so dass die Blüten an den Ästen der „Bäume“ sich noch prachtvoller und zu jeder Zeit duftend entfalten konnten. In ihr, so scheint es, herrschte eine unbesiegbare Sommerzeit. Angelehnt an Albert Camus Spruch: „Der unbesiegbare Sommer“. Sie war versöhnlich mit sich selbst und je versöhnlicher sie war, desto versöhnlicher wurden auch die Menschen in ihrer Nähe und in ihren Gruppen. Bäume, die staunend GEHEN können, da berührt die Erde den Himmel, so dass der Himmel der Erde Regen und Sonne im richtigen Maße zurückgeben kann, damit sich noch lebendigere, lebenskraftspendende Wurzeln herausbilden können. Jede einzelne Wurzel, sie wirkt in Dir, in mir, in uns und in der Welt. Genau das lehrte mich Ruth Cohn.

Von der didaktischen Oberflächkeit hin zu mehr didaktischen Tiefe

In den Evaluationen nach meinen Seminaren sind oft ähnliche Sätze zu lesen: "Eine tiefgreifende Fortbildung, die mich stark bewegte und zum Denken anregte." Ich bin wie Ruth Cohn der absoluten Überzeugung, dass wir die Gefühls-, Bedürfnis- und die kollektive Werteebene der Teilnehmer/innen noch stärker beachten müssen, um es tatsächlich in der Tiefe des Herzens zu schaffen, Haltungen zu verändern.

Ruth Cohn äußert sich wie folgt: „Wir müssen lernen zu fühlen, zu spüren, zu sehen, zu riechen, zu sprechen, ohne dass irgendeine Autorität unseren Austausch mit der Welt zensiert ... wir müssen lernen, mit unserem eigenen lebendigen Selbst zu kommunizieren, mit dem anderen, mit dem Leben. – Körperlich geht es uns dann am besten, wenn unser Organismus bereit ist, auf unser Erleben zu reagieren. Wir stellen in unserer Arbeit fest, dass sich nichts wiederholt, wenn wir nur tief genug gehen.“ Selver, unveröffentlichte Vorlesung, 1953 in Cohn, 2013, S. 14.

Die 9 Thesen mit einer Ergänzung

1. Sei Dein eigener Chairman.
Dies bedeutet: „Übernimm für Dich selbst die Verantwortung." Bestimme, wann und was Du sagen willst und bestimme Dein eigenes Vorgehen im Hinblick auf die Arbeit, die Gruppe und alles, was für Dich wichtig ist. Nimm Deine Ideen, Gedanken, Wünsche und Gefühle wichtig und wähle aus, was Du den anderen anbieten kannst und um was Du bitten möchtest.

2. Störungen angemessen Raum geben oder Störungen haben Vorrang.
Schmerzen, Abneigung oder Vorurteile können unter Umständen der aktuellen Mitarbeit in den Gruppen ebenso im Wege stehen wie große Freude, denn sie schwächen unterschwellig die Konzentration auf das eigentliche Vorhaben. Frage Dich: Was will mir meine Störung sagen? Deshalb: Unterbrich das Gespräch, wenn Du nicht wirklich teilnehmen kannst, wenn Du gelangweilt, ärgerlich oder aus einem anderen Grund unkonzentriert bist. Die Gruppe weiß dann, was in Dir vorgeht und welchen Anteil sie daran hat. Werden Störungen nicht beachtet, so kann dies schwerwiegende Folgen haben, weil das Lernen oder die Arbeit be- oder sogar verhindert werden. Die Gruppe kann Störungen zwar ignorieren, wirksam sind sie trotzdem. Eine Gruppe, die die Störungen ihrer Mitglieder bearbeitet, gewinnt die scheinbar verlorene Zeit durch intensivere und konzentriertere Arbeit zurück.

3. Vertritt Dich selbst in Deinen Aussagen: Sprich per "ich" und nicht per "man" oder per "wir".
Die verallgemeinernden Redewendungen wie z. B. "jeder weiß", "man sagt", "wir alle wollen" usw. sind häufig persönliche Versteckspiele; der Sprecher übernimmt nicht die volle Verantwortung für das, was er sagt. Er versteckt sich hinter der öffentlichen Meinung oder einer behaupteten Mehrheit, um sich und andere zu überzeugen.

4. Stelle möglichst nur Informationsfragen.
Informationsfragen sind nötig, um etwas zu verstehen. Fragen, die kein wirkliches Verlangen nach Information ausdrücken, sind unecht. Ausweichende Antworten oder Gegenfragen sind die Folge, es kommt zum Interview, statt zum Dialog. Wenn anstelle von Fragen jedoch Aussagen treten, inspiriert das zu weiteren Interaktionen. Versuche also, eigene Erfahrungen und Gedanken anzusprechen und sie in Aussagen zu packen.

5. Seitengespräche haben Vorrang.
Sie stören und sind zugleich meist wichtig, sonst würden sie nicht geschehen. Wenn Teilnehmer Seitengespräche führen, so sind sie mit großer Wahrscheinlichkeit stark beteiligt oder gar nicht. Es kann sein, dass ein Gruppenmitglied etwas sagen will, was ihm wichtig ist, aber gegen schnellere Sprecher nicht ankommt und Hilfe braucht, um sich in der Gruppe zu exponieren.

6. Nur einer zur gleichen Zeit.
Niemand kann mehr als einer Äußerung zur gleichen Zeit zuhören. Damit man sich auf verbale Interaktionen konzentrieren kann, müssen sie nacheinander erfolgen. Sofern mehr als einer gleichzeitig reden will, wird sich in Stichworten verständigt über das, was gesagt werden soll, und über die Reihenfolge der Sprecher.

7. Sei authentisch und selektiv in Deiner Kommunikation.
Mache Dir bewusst, was Du denkst und fühlst, und wähle aus, was Du sagst und tust. Authentisch sein heißt, Kontakt zu den eigenen Gedanken und Gefühlen zu haben, die Auskunft darüber geben, was ich jetzt brauche, wünsche oder tun sollte. Wähle aus, was Du davon den anderen sagen oder zumuten willst. Alles, was Du sagst, sollte wahr sein, aber nicht alles, was wahr ist, muss gesagt werden.

8. Beachte die Signale Deines Körpers und achte auf solche Signale auch bei den anderen.
Wer die Sprache seines Körpers kennt, versteht, wie Gedanken und Aussagen von bestimmten Körpergefühlen begleitet werden und wie diese ihrerseits eine Aussage machen. Auf die Sprache des Körpers zu achten, verschafft wichtige zusätzliche Informationen über das Gesprochene und Gehörte hinaus. Körpersprache signalisiert Emotionen sehr deutlich und in der Regel eher als sie ausgesprochen werden.

9. Sprich Deine persönlichen Reaktionen aus und stelle Interpretationen so lange wie möglich zurück.
Sind Interpretationen inadäquat ausgedrückt, so erregen sie Abwehr und verlangsamen oder unterbrechen den Gruppenprozess. Direkte persönliche Reaktionen aber, also Gedanken und Gefühle, die das Gehörte bei Dir auslösen, führen immer zu weiteren Aktivitäten und fördern die spontane Interaktion.

10. Das Wissen nach den neuen Erkenntnissen der Hirnforschung um die eigenen Emotionen und Gefühle hilft bei den Reflexionen des Geschehenen.
Emotionen laufen ständig unbewusst ab. Sie sind keine bewussten Gefühle, sondern körperliche Reaktionen auf bestimmte Reize, die uns weg von der Gefahr oder hin zum Erfolg bringen wollen. während die Gefühle schon eine bewusste Interpretation von der Großhirnrinde (Neucortex) erhalten haben.
Wir wissen dann, wenn wir achtsam sind, wie wir uns fühlen. Wer seine interpretierten Emotionen (Körperantwort) in Form von Gefühlen wahrnimmt, kann besser verstehen, warum er reagiert, wie er reagiert. Er kann dann auch viel bewusster seine Gefühle in der entsprechenden Situation benennen und sie regulieren. Er baut ein Gefühlsbewusstsein auf. Allein schon das Benennen des Gefühls entschleunigt das Gesagte und die innerlich aufgebaute „Aggression“ (mehrere Emotionswallungen oder angestaute Energie) zieht sich etwas zurück.
Die Menschen können dann weniger emotionsgeladen sprechen und ihre Bedürfnisfrustrationen in Ich-Botschaften vortragen. Mit Aggressionen werden oft Du-Botschaften gesendet, die sehr verletzend sind.
z Thesen

z Stoerungen beseitigen

Die Marktschreier-Methode ist eine von mir entwickelte Erfahrungsmethode, um die Thesen noch tiefgreifender kennenzulernen und zu verinnerlichen:

Jeder liest eine These und verinnerlicht sie, indem er noch eigene Gedanken dazugibt.
Dann überlegt er sich noch kritische Fragen dazu, die andere evtl. stellen könnten. z.B.: „Wo kommen wir da hin, wenn jeder sein eigener Chairman ist?“
Anschließend sucht jeder sich einen Partner aus. Die Teilnehmer „verkaufen“ sich gegenseitig ihre „Thesen“, während die anderen dazu ebenso kritische Fragen stellen dürfen, so dass der „Thesenverkäufer“ gute Argumente braucht.
Bei jedem weiteren Partner nimmt er andere Argumente ...

Konfliktmanagement im Team und in Gruppe

Konfliktmanagement im Team und in Gruppen nach Ruth Cohn inszenieren und trainieren

Das Tetraeder (vier Bodenanker anstatt drei) ist ein Strukturmodell für Konflikttrainings mit dem bewusst inszenierten IHR-ANTEIL. Es ist wichtig, auch in Teams und in Gruppen Konflikttrainings durchzuführen und simulierte Konflikte, z. B. künstliche Teamkonflikte oder für Bildungseinrichtungen z. B. Konflikte mit herausfordernden Eltern durchzuspielen, um Konfliktlösungskompetenzen im Affekt kompetent zu erlernen.

Demonstrationsspiele zeigen, wie Menschen bei bestimmten Redewendungen oder Mimikresonanzen, die sie nicht erwartet hätten, reagieren. Auf diese Erfahrung können sie dann in einer reellen Situation zurückgreifen. Den „IHR-Anteil“ zu demonstrieren, gelingt dann am besten, wenn die Gruppe oder das Team schon ein vertrauensvolles Verhältnis zueinander hat. Es wird bewusst "künstlich" inszeniert und simuliert (Ihr seid die ANDEREN), um Reaktionen in Zukunft besser bewältigen zu können.

Drucken Sie die Bilder zu den Bodenankern aus. Sie sind eine Hilfestellung für die Klärung von Gruppenkonflikten, die erst einmal zu Übungszwecken nur inszeniert werden. Legen Sie diese auf den Boden und inszenieren Sie als Leiter/in einen Gruppenkonflikt. Die Konfliktparteien stehen entweder beim WIR oder beim IHR. Je nach Inhalten werden die Bodenanker gewechselt.
Geht es um die Sache, gehen die Teilnehmer/innen zum ES. Geht es um ein ICH geht der/diejenige dort hin und begründet sein Anliegen.

Aus Teamcoachings weiß ich, dass es auch ein Außenseiter-Ich gibt. Ich nenne diesen Bodenanker A-ICH (der Andere gegen alle Anderen - auch schon zwei- oder mehrgeteilte Gruppen). Dann öffnet sich das Tetraeder zu einem Oktaeder.

Den Gruppenkontrahenten soll klar werden, wie sich grundsätzlich ein A-ICH fühlt, um das A-ICH zunächst vielleicht wieder in eine "Untergruppe" zu integrieren (ich nenne den Vorgang "besänftigen") - am besten natürlich in die ganze Gruppe, wenn die Spaltung der Gruppe durch eine positive Werteklarheit insgesamt wieder aufgehoben werden kann.

Die Fragestellung lautet: Wie kann aus einem Tetraeder oder Oktaeder wieder ein Dreieck (Wir-Gefühl) werden?

z Tetraeder

Arbeitsmaterialien zum Herunterladen


Bitte anklicken, um die Präsentation herunterzuladen.

Eine Arbeitshilfe für ein Kennenlernspiel nach der TZI-Methode finden Sie hier.

Eine weitere Arbeitshilfe für einen vertiefenden Zugang finden können Sie hier herunterladen.

Inhalte der Fortbildung


Besonders für Leitungen von Bildungseinrichtungen, Sozialpädagog/innen und Lehrer/innen - ebenso als Inhouse-Fortbildung geeignet:
  1. Credo von Ruth Cohn - Was drückt es aus?
  2. Gefüllter Lebenslauf – Wer ist Ruth Cohn?
  3. Ruth Cohn und die Humanistische Psychologie
  4. Ruth Cohn und die Freundschaft mit Schulz von Thun – Was hat er von ihr gelernt?
  5. Die humanistische Selbstverwirklichung
  6. Warum TZI?
  7. Was ist TZI?
  8. Ziele von TZI
  9. Schattendreiecke
  10. Schulung von Wertekompetenzen
  11. Anwendungsgebiete von TZI
  12. Methoden von TZI – Murmelrunde, Das Bewusstseinsrad, Reflexionen ...
  13. Die 9 Thesen von Ruth Cohn mit einer eigenen Ergänzung – 10. These
  14. Störungen
  15. Konfliktmanagement im Team
  16. Leitungskompetenzen für die Gruppe
  17. Sieben Aufgaben der Gruppenleitung
  18. Abgeleitete Frageregeln nach Ruth Cohn
  19. Das Herz und sein Schmerz
  20. Was ist SET?
  21. Zusammenhang von TZI und SET
  22. Bildimpressionen und Schmankerl: 10 Dinge, um Dich gut zu fühlen
  23. Wie kann das Wissen der TZI und SET praktisch für Vorschulkinder und für Schüler umgesetzt werden? Kinder ab vier Jahren, je nach Entwicklungsstand, verstehen die Position des anderen und können das Wissen für sich und andere praktisch anwenden.


7 Aufgaben einer Leitung nach TZI:
  1. Sie soll unterstützen, Entscheidungsprozesse herbeizuführen.
  2. Sie soll klare Zielformulierungen vorgeben und die Arbeitsschritte für den Themenverlauf festlegen.
  3. Sie soll helfen, aus dem Generellen das Individuelle herauszuarbeiten, um Bedürfnisse abzuklären und um die Vorgehensweise transparent zu machen.
  4. Sie soll den Prozessverlauf ebenso zur Diskussion stellen.
  5. Sie soll Zeit und Raum zur Reflexion anbieten, um neue Erkenntnisse zu besprechen.
  6. Sie soll dafür sorgen, dass niemand körperlich oder verbal verletzt wird. Bei evtl. persönlich empfundenen „Angriffen“, nach der Methode der Inklusiven Kommunikation (Empathieleiter / Autonomieleiter), die Situation ansprechen und Klärungshilfe anbieten.
  7. Sie kann die Gruppengemeinschaft durch Auflockerungsübungen und Murmelrunden oder Abendverabredungen pflegen.
Am Ende möchte ich noch den für mich schönsten Gedanken von Ruth Cohn hinterlassen, der auch mich "besänftigte", nicht alles retten zu müssen.

„Es gibt keine Selbstverwirklichung, ohne Anteil zu nehmen. Du kannst nicht die ganze Welt retten, aber Du kannst Dich mit einem „mini-trillionstel Anteil“ für diese Welt einbringen. Wir können uns selbst niemals verwirklichen, ohne Anteil zu nehmen.“

Welchen Anteil nehme ich wahr?

Genau IN diesem kleinsten Anteil will ICH wirken. Ihr war „der mini-trillionste Anteil“ immer sehr wichtig, um sich nicht zu überfordern. Die Welt retten zu wollen, wäre Größenwahn und jeder, der das tun möchte, würde irgendwann im Irrenhaus landen. Sowie ein Huhn nicht die ganze Welt ernähren könne, so könne auch nicht ein einzelner Mensch die Welt retten.

z Stoerungen beseitigen

 

Bildungsinstitut für Empathie
Theresia Friesinger
Keltenstraße 69
72160 Horb am Neckar
Telefon 07486 979175
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www.bildungsinstitut-fuer-empathie.de
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